Die Anweisungen deines Tätowierers gehen vor
Die eine richtige Pflegemethode gibt es nicht: Studios arbeiten mit unterschiedlichen, bewährten Ansätzen und verschiedenen Verbänden. Halte dich an die schriftlichen Anweisungen, die du für dein Tattoo bekommst. Dieser Ratgeber fasst die allgemeinen Grundsätze zusammen, in denen sich Gesundheitsorganisationen einig sind – er ersetzt weder die Anweisungen deines Tätowierers noch ärztlichen Rat.
Die ersten Stunden
Wie lange das Tattoo abgedeckt bleibt, hängt vom Verband ab. Das können ein paar Stunden sein oder, bei manchen Folienverbänden, mehrere Tage – dein Tätowierer sagt dir genau, wann und wie du ihn abnimmst. In den ersten Tagen ist es normal, dass sich ein neues Tattoo warm und empfindlich anfühlt, etwas gerötet und leicht geschwollen aussieht und ein wenig klare oder leicht farbige Flüssigkeit absondert. Das sollte von Tag zu Tag nachlassen.
Waschen und Eincremen
- Wasch dir die Hände, bevor du das Tattoo berührst, und fass es so wenig wie möglich an.
- Wasch es behutsam mit lauwarmem Wasser und etwas milder, parfümfreier Seife – meist etwa zweimal am Tag oder so, wie dein Tätowierer es empfiehlt. Nicht schrubben.
- Tupf es mit einem sauberen Papiertuch trocken oder lass es an der Luft trocknen.
- Trag einen dünnen Film des Produkts auf, das dein Tätowierer empfiehlt – eine leichte Schicht, keine dicke.
- Ein heilendes Tattoo braucht keine antibiotischen oder antiseptischen Cremes, es sei denn, ein Arzt verschreibt sie.
Duschen ja, Baden nein
Kurz duschen ist in Ordnung. Meiden muss ein heilendes Tattoo dagegen alles, was die Haut aufweicht: Badewanne, Meer, Pool, Whirlpool, Sauna, Dampfbad, Seen und Flüsse – bis es vollständig abgeheilt ist, nicht nur, bis es oberflächlich gut aussieht. Gesundheitsbehörden behandeln ein frisches Tattoo in ihren Empfehlungen wie eine offene Wunde und raten, mit offenen Wunden nicht ins Meer zu gehen. Mehr dazu: Schwimmen nach dem Tattoo.
Sonne und Hitze
Halte ein heilendes Tattoo von direkter Sonne fern: Lockere, atmungsaktive Kleidung darüber und Schatten sind der einfachste Schutz. Solange es heilt, deck es lieber ab, statt Sonnencreme aufzutragen – es sei denn, dein Tätowierer oder Arzt rät etwas anderes. Ist es abgeheilt, schütz es wie den Rest deiner Haut mit einem wasserfesten Sonnenschutz mit Breitbandfilter und LSF 30 oder höher, den du mindestens alle zwei Stunden neu aufträgst. Mehr dazu: Tattoo und Sonne.
Sport und Kleidung
Solange es heilt, vermeide alles, wobei an der tätowierten Stelle etwas reibt oder sie lange schweißnass bleibt. Wenn du trainierst, reinige und trockne die Stelle danach behutsam. Trag lockere, saubere Kleidung darüber – enge Träger, Hosenbünde, die Ränder von Badekleidung und raue Stoffe können an einem heilenden Tattoo scheuern und daran festkleben.
Juckreiz, Schuppen und Heilungsdauer
Juckreiz gehört zur Heilung dazu: Nicht kratzen – eine dünne Schicht des empfohlenen Pflegeprodukts kann helfen. Leichtes Schälen, Schuppen und etwas dünner Schorf sind in den ersten Wochen normal. Lass alles von selbst abfallen, denn beim Abzupfen kann Farbe mit herausgelöst werden. Bei den meisten Tattoos beruhigt sich die Oberfläche innerhalb weniger Wochen, doch die Haut darunter heilt länger weiter, oft ein paar Monate oder mehr. Mehr dazu: Wie lange ein Tattoo heilt.
Wann du zum Arzt solltest
Geh zeitnah zum Arzt, wenn Rötung, Schwellung oder Schmerzen schlimmer statt besser werden, die Stelle sich heiß anfühlt, Eiter austritt oder sie unangenehm riecht oder wenn du Fieber oder Schüttelfrost hast. Rote Streifen, die sich vom Tattoo aus ausbreiten, hohes Fieber oder ein allgemeines Krankheitsgefühl brauchen dringend ärztliche Hilfe – warte dann nicht ab. Ein juckender Ausschlag, Bläschen oder erhabene Knötchen im Tattoo können eine allergische Reaktion sein: Setz deine Pflegeprodukte ab und geh zu einem Arzt oder Hautarzt. Gib bitte auch dem Studio Bescheid.
Häufige Fehler
- Das Tattoo mit ungewaschenen Händen anfassen.
- An den Schuppen zupfen, kratzen oder sie abziehen.
- Zu früh schwimmen oder baden.
- Das Tattoo der Sonne aussetzen.
- Enge Kleidung darüber tragen.
- Zu viel Creme.
- Antibiotische Cremes „für alle Fälle“.
- Zu lange damit warten, stärker werdende Rötung, Schmerzen oder Schwellung abklären zu lassen.
Allgemeine Informationen, keine medizinische Beratung. Die Anweisungen deines Tätowierers haben Vorrang; bei allem, was dir Sorgen macht, geh zum Arzt.
Quellen
- EADV Tattoos and Body Art Task Force – Tattoo-Pflege (2021, englisch)
- Cleveland Clinic – Tattoo-Pflege (März 2026, englisch)
- American Academy of Dermatology – Pflege tätowierter Haut (englisch)
- American Academy of Dermatology – Hautreaktionen auf Tattoos (englisch)
- US CDC – Schutz vor Vibrionen: offene Wunden und Salzwasser (englisch)
- Government of Western Australia – Pflege eines frischen Tattoos (englisch)